Histologisches Netzwerk zur Erforschung der Degenerativen Myelopathie

Die Diagnose DM – Degenerative Myelopathie – kann nur durch eine Untersuchung von Rückenmarksgewebe gestellt werden. Diese Untersuchung erfolgt in einem engen Zeitfenster nach der Euthanasie des Hundes.

Die Bereitschaft, einen Hund nach seinem Tod in einer Tierpathologie untersuchen zu lassen, ist verständlicherweise gering. Der Aufwand ist manchmal hoch, da es in Deutschland nicht überall Untersuchungsmöglichkeiten gibt. Dennoch benötigen wir zur Bekämpfung der Erkrankung genau diese Bereitschaft. Deswegen wurde das histologische Netzwerk zur Bekämpfung der Degenerativen Myelopathie (DM) gegründet. Alle drei Hovawart-Zuchtvereine organisieren gemeinsam Hilfe und Unterstützung für Hundefreunde, die sich vorstellen können, einen Hund, der an einer Hinterhandschwäche leidet, nach seinem Tod untersuchen zu lassen.

Degenerative Myelopathie gehört zu den sehr seltenen Erkrankungen. Sie hat keinen höheren Stellenwert als andere, seltene Erkrankungen.
Obwohl die Degenerative Myelopathie sehr selten ist, wurde und wird von anderen Zuchtvereinen versucht, die Erkrankung mithilfe eines Gentestes zu bekämpfen. Der RZV hat sich gegen eine Berücksichtigung des SOD1-Gentestes als Zuchtvoraussetzung entschieden. Durch diese Strategie sollte verhindert werden, dass unsere Zuchtbasis nur aufgrund eines Genbefundes reduziert wird, der nur ein erhöhtes Risiko widerspiegelt, für sich genommen jedoch keine Krankheit ist.

Im Interview der Zeitschrift „Der Jagdgebrauchshund“, welches die Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates des VDH, Dr. Dagmar Heydeck, mit Dr. Eberhard Manz (Geschäftsführende Gesellschafter des DNA-Labors Generatio Sol. GmbH, Heidelberg) führte, wurde deutlich darauf hingewiesen.

Der RZV bittet daher Züchter und Zuchtwarte, die Paarungsplanung unabhängig von ggf. vorliegenden SOD1 Testergebnissen vornehmen. Das ursprünglich angeführte Argument der Befürworter, dass unter Anwendung des SOD 1-Tests kein Hund der Zucht verloren geht, ist vorhersehbar in der Praxis nicht eingetreten. Schon jetzt ist der Schaden immens.
Inzwischen wurde auch von anderen Vereinen erkannt, dass die Orientierung an den Ergebnissen des SOD1-Tests dazu geführt hat, dass Tiere mit entsprechendem Testergebnis nicht zur Zucht eingesetzt werden und dadurch die genetische Vielfalt abnimmt und langfristig das Risiko für Inzucht steigt.

Der beste Schutz vor erblich bedingten Erkrankungen ist jedoch die Vermeidung von Inzucht. Dafür brauchen wir eine breite Zuchtbasis.
Wir sind, damit die Erkrankung DM erfolgreich bekämpft werden kann, dringend auf den Mut und die Kraft der Besitzer von an Hinterhandschwäche leidenden Hunden angewiesen. Dafür leisten wir Unterstützung und übernehmen die Kosten für die Untersuchung des Gewebes und des Blutes, erstatten Fahrtkosten und die Kosten für die Überführung des Hundes in ein Tierkrematorium.

Wenn Ihr Hund an einer Hinterhandschwäche leidet und Sie sich vorstellen können, Ihren Hund nach seinem Tod untersuchen zu lassen, wenden Sie sich bitte an die Zuchtleitung.


Herzlichen Dank